Monatsarchiv für Februar 2007

Lumpenball

Heuer haben wir es wieder mal auf den alljährlichen Faschingsball der Bergrettung Schladming geschafft und diesen wertvollen Verein mit aller Kraft unterstützt.

Der Ball war wieder einmal sehr lustig und so manche Verkleidung sehr kreativ! Ein Highlight waren sicher die Dohlen, alias die “Simonlehner-Dirndln”.
Ich für meinen Teil kann nur sagen: “Sich selbst nicht zu ernst zu nehmen ist eines meiner Grundparadigmen”

Gmail mit neuer Funktion

Gmail-Settings
Lange habe ich darauf gewartet das Google eine Funktion in ihren Mail-Dienst Google-Mail einbaut um Mails von einem externen Account abzurufen.
Jetzt war es endlich so weit und GMail checkt zwei meiner im Laufe der Zeit hinzugekommenen aber unwichtig gewordenen Mail-Accounts, versieht sie mit einem Label und sorgt für Erleichterung in meinem Outlook.
Der integrierte Spam-Filter von Google funktioniert einwandfrei und die vereinzelt wichtigen Mails werden an meine primäre Adresse weitergeleitet. Genau so hab ich mir das gewünscht. Google hat mir somit einen Grund mehr gegeben den Mail-Dienst zu nutzen.

Fehler in Österreich

Error in Austria

Kann sich jemand an die Geschichte von Matrix erinnern?

Eine Fehlermeldung im Internet ist der Beweis, dass wir anscheinend wirklich in einer Computersimulation leben oder wie sonst läßt sich eine solche Fehlermeldung erklären?

Das das Programm österreich in letzter Zeit etwas fehlerhaft ist, habe ich aufgrund einiger Ereignisse und Umstände schon vermutet. Jetzt gibt es endlich etwas Debug-Information dazu.

Aufgefallen ist die Meldung meinem Wohnungskollegen Hannes auf der österreich-Seite von orf.at.

Meine Aufarbeitung

Wie geht man mit einem solchen Ereignis um?

Man fährt gemeinsam mit drei Kollegen ganz in den Norden Deutschlands um dort etwas abzubauen und freut sich darauf weil man von Beginn weg in diese Sache involviert ist.

Es verläuft auch alles super, hat zwar viel zu tun aber am Ende ist man zufrieden mit der geleisteten Arbeit und begibt sich auf den Heimweg.

Genau das wird auch ein Teil des Problems sein, bei allen lässt die Konzentration nach und man will nur noch nach Hause. Jedem hätte dasselbe passieren können. Ein kurzer Moment und aus einer positiven Erinnerung wird ein Ereignis, welches man am liebsten nie erlebt hätte.

1000 Risse im Sicherheitsglas vor einem, direkt dahinter eine Stahlkonstruktion die nur zu einem LKW gehören kann, die Armatur knapp vor der Kniescheibe, Verzweiflung von der Seite, ein gleichmäßiger Blutfluss aus der Nase, Verwirrtheit.

Alles ist so unwirklich, bin ich da jetzt wirklich dabei? Sowas passiert doch nur Anderen!

Wie geht es den Anderen?

Ein Blick auf die Seite, der Fahrer sieht nicht schlecht aus, macht sich irrsinnige Vorwürfe aber er sieht nicht so schwer verletzt aus.

Ein Blick nach hinten. Einer der Beiden hat einen ähnlich geschockten Blick wie ich und ist ebenfalls gerade dabei sich zu orientieren. Die Blicke treffen sich, gegenseitiges OK.

Doch dann geht sein Blick nach unten und meiner weiter nach links, wo eigentlich unser vierter Mann sein soll, doch sein Platz ist leer.

Scheiße.

Doch sein Sitznachbar hat die Situation mit seinem Blick nach unten schon geklärt. Er kauert im Fußraum und Blut fließt über sein Gesicht. Sein Name wird gerufen, doch keine Reaktion. Der Versuch die Tür aufzustoßen misslingt aufgrund der Kräfte die auf den Rahmen gewirkt haben müssen.

Wie kommt man aus dem Wagen. Draußen laufen schon Stehengebliebene nervös herum. Haben auch keinen Plan was sie machen sollen. “Ruft die Rettung, unser Kollege!!!” rufe ich ihnen zu. Wirres Getümmel.

Wieder der Blick zum Verletzten. Er muss raus, doch wie komm ich selbst raus. Mal vom Gurt befreit, mein Retter. Der Blick fällt auf die Hintertür. Da geht es raus. Quer durch den Wagen geklettert, überall gelbe klebrige Masse, die Dosen Fensterschaum, die wir mithatten, müssen beim Aufprall explodiert sein, die Hecktüren aufgerissen, raus.

Zur Schiebetür gegangen, klemmt, Scheiße.

Wir haben Werkzeug dabei, gut.

Im Laderaum findet sich der Stiel einer Schaufel, damit versucht man die Tür aufzuzwängen, geht nicht, “Zurück!!!”, Schwung genommen und mit den Stiel gegen die Scheibe geknallt, hält, verdammt, aber irgendwas war zumindest soviel, dass die Hintertür plötzlich aufgeht und das ist ja das einzig Interessante.

Endlich kann man den Kollegen aus dem Wagen heben und in eine stabile Position bringen. Man sieht etwas was einem das Blut in den Adern gefrieren lässt und ich sicher nicht vergessen werde. Gott, steh uns bei!

Was kann man jetzt tun? Stabile Seitenlage bekommt man hin, aber was kann man sonst tun? Hilflosigkeit und Verzweiflung. Man kniet nur daneben und versucht sein bestes. Nochmal gegenseitig fragen ob zumindest bei den Anderen alles halbwegs in Ordnung ist. Denen geht es auch nicht so schlecht, wenigstens etwas. Das Gefühl für Zeit hat man schon lange verloren, plötzlich Erleichterung. Noch nie war ich so froh ein Martinshorn zu hören. Sofort hin und auf den Kollegen aufmerksam gemacht. Man wird sofort in den Wagen gebracht und gecheckt. Mir geht es gut, kümmert euch zuerst um die Anderen. Die werden auch schon versorgt, legen sie sich hin. Widerrede zwecklos, man kann soundso nichts mehr machen. Konnte man noch nie, kommt es einem vor.

Was passiert jetzt. Sorge macht sich breit. Wie ist das passiert? Das typische danach ist man immer klüger beginnt. Die Sanitäter checken mich durch, zuerst die Augen, gut, Kopf abgetastet, gut, Halswirbelsäule, gut, Brust, gut, Becken, gut, Füße, gut. Halskrause rum, gar nicht gut, man kommt sich vor wie einbetoniert. Wird nur eine Vorsichtsmaßnahme sein, ist ja bekannt. Mir fehlt ja nichts. Der leicht Verletzte von hinten wird auch gecheckt, hatte nicht ganz so viel Glück wie ich, aber auch nur Kleinigkeiten. Hand tut ihm weh, Schmerzen in der Magengegend und der Fuß tut ziemlich weh. Wird wohl nicht so schlimm sein.

“Wie geht es unseren Kollegen?” “Wissen wir auch nicht!” Unbefriedigende Antwort, man versucht sie zu erblicken, geht nicht. Warten.

“Unsere Abfahrt wird sich verzögern, weil unmittelbar vor uns ein Hubschrauber die Autobahn blockiert!” Oh Gott, das klingt gar nicht gut!

Die Sorge wird größer!

Er wird werden, versucht man sich einzureden! Man hat Vertrauen in das Positive.

Irgendwann kommt man ins Krankenhaus und wird untersucht. Alles nette Leute, doch irgendwie haben wir einen schlechten Tag erwischt. Nona, gut ist der Tag jetzt soundso nicht mehr.
Alles dauert ewig, ist mir egal, mir fehlt nichts. Macht die Anderen zuerst, doch auch die müssen ewig warten, naja, wenn es schlimm wäre würde das wohl nicht so sein, also gutes Zeichen.

Wie geht es unserem Vierten? Das einzige was man weiß ist die Information die man beim Verlassen des Rettungswagens gesagt bekommen hat. “Er sei nach Hannover gebracht worden. Verdacht auf Schädel-Hirn-Trauma!” Gar nicht gut. Der Name der Klink klingt nach guten ärzten. Ist jetzt sowohl positiv als auch negativ. Gute ärzte bedeuten großes Problem aber auch beste Versorgung.

Eine sehr bemühte ärztin gibt mir nach einer Weile Auskunft. Es ist offenbar doch nicht ganz so schlimm, aber auch nicht unproblematisch. Wir haben ihn gesehen, also mal eine gute Nachricht. Ein wenig aufatmen.

Warten.

Irgendwann kommt man ins Zimmer, eigentlich bin ich nur aufgenommen worden weil sie mich um 22 Uhr nicht mehr in einer fremden Stadt auf die Straße setzen wollen, was ich auch gut finde.

Die beiden anderen Kollegen liegen schon seit einer Weile gemeinsam auf einem Zimmer. Sie hat es etwas schwerer erwischt, aber auch nichts wirklich Schlimmes. Der Fahrer macht sich Vorwürfe, ist verständlich aber es hätte jedem passieren können.

Das redet sich jetzt so leicht, wenn man nicht derjenige ist, aber wenn man sich in ein Auto setzt muss man sich der Gefahr bewusst sein. Deshalb hasse ich Autofahren ja eigentlich auch so. Es kann einfach so viel passieren und man ist immer nur ein Augenzwinkern vom Wahnsinn entfernt. Wir hatten abgemacht uns die Strecke von etwas mehr als 1000 km aufzuteilen. Gut möglich also, dass es mir passiert wäre.

Bleibt nur zu hoffen, dass unser schwer Verletzter weiter gute Fortschritte macht und wieder völlig gesund wird. Seine Freundin ist bereits bei ihm. Ich bin, nachdem ich bereits am Dienstag aus dem Krankenhaus in Soltau entlassen, gestern nach Hannover gefahren um ihr die persönlichen Dinge ihres Freundes zu übergeben. Verständlicherweise war sie völlig fertig und konnte es immer noch nicht glauben. Am Samstag hat sie ihn völlig gesund verabschiedet und der Anblick der sie am Dienstag erwartete hat sie natürlich geschockt. Der Verdacht auf das Schädel-Hirn-Trauma hat sich zum Glück nicht bestätigt aber der Weg zur völligen Genesung wird wohl eine Weile dauern.

Unsere Gedanken sind jetzt bei dir, werde wieder völlig gesund!!!