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Zum Kaffee nach Tokio

Was macht man ein Jahr nach seiner Abschlussreise, die einem nach Kuba geführt hat?

Ein mehr oder weniger Wochenend-Trip nach Tokio ist da naheliegend! ;-)
Argumente die dafür sprechen:

  • Liegt auf der gegenüberliegenden Seite der Welt
  • Ist eine der größten Metropolen der Welt
  • Ist eine ganz andere Kultur
  • Ist uns (den Reisenden) völlig unbekannt
  • Muss man gesehen haben

Also schon mal genug Argumente warum der kurze Ausflug (Samstag - Dienstag) in das Land der Mangas, Tamagotchi, Sushi, usw. ein Erfolg werden muss.

Dank und mit unserer lieben Anna, die uns zu diesem Vorhaben motiviert hat, ging es am Freitag von Wien, quer über die eurasische Platte, auf die japanische Insel.

Bereits der Flug war ein Erlebnis! Bei einer Flugzeit von ca. 9h flogen wir sicher 2/3 der Zeit über russisches Gebiet, unglaublich wie riesig dieses Land ist. Dem Sonnenuntergang entgegen, führte uns die Route entlang der Küste über die sibirische Tundra und einem Meer von glänzenden und funkelnden Seen. So weit nördlich wird es übrigens in 10.000m Höhe nie dunkel, ein schönes Erlebnis!

Russische Tundra

Durch das ständige Bewundern der Landschaft und dem einen oder anderen Wein, verging die Zeit wie im Flug! (ein Burner *g*) In Tokio angekommen, ging es mit dem Bus zum Hotel. Dies bedeutete ca. 1h Fahrt durch ein Meer aus Häusern. Teilweise werden die Autobahnen in Tokio auf 4-5 Ebenen übereinander geführt. Das führt dazu, dass man vom Bus aus bei 10-stöckigen Hochhäusern auf die Dachterrasse blickt.

Vom Flug völlig erschöpft im Hotel-Zimmer angekommen, wurden wir auf unserem Zimmer im 17. Stock beim Blick aus dem Fenster erst mal ein wenig verunsichert, als sich ein leicht schwankendes Gefühl einstellte und im Hintergrund die Türe vom Kasten leicht klapperte. Anna, Ronni und ich blickten uns verdutzt an und fragten uns gegenseitig ob es hier wackelt. Ein leichtes Erdbeben hieß uns also auch willkommen.

Nach einem kurzen Nickerchen war unserer erster Sightseeing-Stop die Wiege Tokios, der Kaiserpalast bzw. der Park des Kaiserpalast. Bei gefühlten 40° schlenderten wir durch den wunderschönen Park im Herzen der Stadt, umringt von unzähligen Hochhäusern und bestaunten die historisch nicht wirklich bedeutenden Bauten. Tokio wurde immer wieder von Großbränden, Erdbeben oder im Zuge des 2. Weltkrieges schwer in Mitleidenschaft gezogen, daher musste die Stadt mehrmals neu aufgebaut werden und es gibt kaum wirklich historische Bauwerke.

Im Park des Kaiserpalast

Nach dem kurzen Abstecher in die Geschichte, ging es in das neue Herzen Tokios, die Ginza. Dort reihen sich Hochhäuser und glänzende Fassaden aneinander und kaum eine wichtige Marke der Mode und Lifestyle-Welt ist hier nicht vertreten.

Trotz der unglaublichen Betriebsamkeit und urbanen Lebensweise fiel uns sofort die Sauberkeit und Disziplin dieser Menschenmasse auf. Auf der Straße findet man kein Stück Abfall oder wird von anderen Passanten im Getümmel angerempelt. Sofort fiel auch die saubere Luft auf, obwohl im Becken von Tokio an die 40 Millionen Menschen leben, ist die Luft überhaupt nicht stickig oder voll von Abgasen, Lärm gibt es auch kaum welchen.

In Ginza

Am zweiten Tag, sind wir dann zuerst zu einer Tempelanlage im Nordosten der Stadt. Senso-ji ist ein eher traditioneller Bezirk mit einem großen Tempel, einem großen Markt (wahrscheinlich für die Touristen) und vielen kleinen Gassen mit unzähligen kleinen Lokalen mit Wachsessen in den Auslagen. In Japan haben nämlich die meisten Restaurant ihr Essen in Wachs nachgeformt, damit man bereits vorher sieht was einem erwartet. Sehr praktisch für schlecht vorbereitete Touristen ohne Sprachkenntnisse! ;-) Dazwischen gab es auch noch den einen oder anderen Spielsalon, in der ein Lärmpegel auf einem Flugzeugträger geherrscht haben muss und wo alles nur blinkte, leuchtete und schepperte.

Tempelanlage

Im Anschluss folgte das Highlight dieser Reise, zumindest aus meiner Sicht, das Elektronik-Viertel Akihabara.

Als völliges Kontrastprogram zum buddhistischen Tempel in Senso-ji, wird hier der High-Tech und dem Fortschritt gehuldigt. Ein mehrstöckiges Elektronik-Geschäft steht hier neben dem Anderen und überall sieht man Geräte, die bei uns erst in ein paar Monaten auf den Markt kommen. Ein Paradies also für einen Nerd wie mich.

Um den Abend ausklingen zu lassen sind wir nochmal durch Ginza und zum Sushi essen.

Am dritten Tag wollten wir die Stadt mal von oben sehen und sind dazu in das Finanz- und Wirtschaftsviertel der Stadt nach Shinjuku, wo der größte Bahnhof der Welt zwei Welten trennt. Im Osten die sterile und korrekte Finanzwelt, mit gewaltigen Hochhäusern und im Westen die hippe und schrille Welt der Mode und des Lifestyle.

Im sterilen Westen fuhren wir auf das Aussichtsstockwerk des Tokyo Metropolitan Government Building, dem Verwaltungssitz der Präfektur Tokio. Von dort hatten wir einen sagenhaften Blick über die Dächer der Stadt. Leider war es etwas diesig, sonst hätten wir evtl. auch den Fuji gesehen.

Blick über die Dächer Tokios

Nach dieser Aussicht haben wir die Seite gewechselt uns sind durch den Bahnhof auf die östliche Seite gegangen, aber nicht ohne vorher noch die Rache für das Elektronik-Viertel zu kassieren, Stockwerke voller Schuhe und Taschen, der Horror für jeden Mann.

Nach der besagten Tortur war ich gebrochen und wir erlebten das kulinarische Highlight der Reise. Mittagessen in einem wirklich sehr typischen und ausgezeichneten japanischen Restaurant mit vor den Augen zubereiteter Tempura (frittierte Meeresfrüchte).

Letzte Station der Besichtigungen war der Stadtteil Harajuku, dieser Stadtteil liegt in Shibuya und ist wohl einer der schrillsten Plätze in dieser Stadt. Hier gibt für junge Japanerinnen zu kaufen, um ihre Väter an den Rande des Herzinfarktes zu bringen und um in Europa jedes Kostümfest zu dominieren. Eine echt abgefahrene Welt!

Betriebsamkeit in Tokio

Tokio war also auf jeden Fall eine Reise wert und es ist unglaublich wie Facettenreich diese Stadt ist, jeder Stadtteil birgt ein neues Geheimnis und eine neue Welt. Sicherlich haben wir nur an der Oberfläche gekratzt, aber es war bereits eine unglaublich eindrucksvolle Reise!

Ausflug nach Straßburg

Um unsere Wissbegierde zu befriedigen haben Ronni und ich einen kleinen Ausflug nach Straßburg unternommen und uns die historische Hauptstadt des Elsass angesehen. Nebenbei ist diese Stadt bekannter Weise noch Sitz einiger europäischer Institutionen. Da Ronni und ich überzeugte Europäer sind, war dies natürlich ein Muss auf unserer Besichtigungstour.

Vor den europäischen Institutionen ging es allerdings vom zentral gelegenen Bahnhof erstmal zur Touristeninformation um überhaupt mal einen Plan, im wahrsten Sinne des Wortes, wo eigentlich was ist und was es überhaupt zu sehen gibt! ;-)
Man merkt, meine Gepflogenheiten bei meinen Städtereisen haben sich auch mit geänderter Reisebegleitschaft nicht geändert!

Nachdem wir uns erst mal orientiert haben, sind wir in die historische Altstadt, welche von den beiden Armen der Ill eingekreist wird. Innerhalb dieses Kreises befinden sich wunderschöne alte Bauwerke, das idyllische Gerberviertel “Petite france”, das mächtige Straßburger Münster und noch weitere historische Bauten. Typisch für Straßburg sind die engen Gassen mit schönen Fachwerkbauten und netten Lokalen und Plätzen.

Nachdem wir die Altstadt durchstreift haben, sind wir entlang der Ill zu den Ursprüngen wichtiger Entscheidungen zum Thema “Europa” spaziert und haben dort die schöne Lage der Bauten bewundert.

An dieser Stelle ist die Respektlosigkeit meiner Begleitung besonders zu erwähnen. Das folgende Bild beweist, wie wenig sie von Menschenrechten hält und sogar direkt vor dem europäischen Gerichtshof für Menschenrechte nicht davor zurückschreckt Gewalt anzuwenden. Ja, ich bin ein Masochist! ;-)
Außerdem sieht man auf dem Schild hinter uns, dass in Straßburg offensichtlich alle Taxis saufen, oder was soll das Schild mit “SAUF TAXIS” sonst bedeuten?

Respektlosigkeit

Ich hab es geschafft diesem Attentat zu entkommen und wir sind dann, mit Sicherheitsabstand meinerseits, wieder zurück in die Stadt. Dort haben wir uns bei Flammkuchen gestärkt um dann eine Bootsfahrt entlang der Ill rund um die Stadt zu machen.
Natürlich hab ich sowas nur aus Furcht vor einem weiteren Angriff gemacht und um den Frieden zu wahren! ;-)

Mit dem Zug ging es dann wieder zurück nach Karlsruhe und wird sind todmüde ins Bett gefallen!

Abschlussreise Kuba

Projekte sollte man richtig abschließen!

Diese Grundregel haben wir in so mancher Vorlesung auf der FH gehört und da wir nicht für die FH sondern fürs Leben lernen haben wir diese Regel auch angewandt und das vier Jahre Projekt “Studium” mit 14 Tage Kuba gebührend abgeschlossen!

Unter Palmen

Gemeinsam mit Ronni und Norbert ging es am 12. Juli von München direkt nach Varadero in das Hotel Palma Real. Türkisblaues Meer, weißer Sandstrand und Palmen, das Meer an die 30 Grad, Cuba Libres ohne Ende, Entspannung pur.
Ein Tagesausflug in die Hauptstadt Havanna stand auch auf dem Programm und war absolut super. Havanna ist eine echt schöne Stadt im Kolonialstil, viel von der Stadt wurde bereits renoviert aber es gibt noch viel zu tun um die alte Pracht wieder zum glänzen zu bringen. Trotzdem sollte man Havanna absolut gesehen haben und die alten amerikanischen Autos fahren auf Kuba wirklich überall herum und sind teilweise noch in Top Zustand. In Havanna ist natürlich auch Ernest Hemingway omnipräsent und wir haben in seinem Hotel auch seinen Trink, den Mojito getrunken.

Hemmingway-Hotel

Cuba libre und Cohiba

Jede Menge Cuba Libre und ein paar Zigarren durften natürlich auch nicht fehlen!

Auf jeden Fall das Ganze mein bislang bester Urlaub, den ich nicht nur wegen Kuba selbst ewig in Erinnerung behalten werde. Danke an Ronni und Norbert für die lustige und schöne Zeit. Irgendwie hab ich ja das Gefühl, dass es nicht die letzte gemeinsame Aktivität war. ;-)

Abschiedswochenende in Hamburg und Lübeck

Was macht man an seinem (vorerst?) letzten Wochenende in Hamburg?

Keine Ahnung was man machen sollte! Wir sind einfach wieder ein wenig fort gegangen und haben uns wieder mal den Freitag- und Samstag-Nacht um die Ohren geschlagen. Gemeinsam mit Robertino, einem Arbeitskollegen von mir, sind wir wieder mal auf die Schanze und auf den Kiez. Obwohl wir schon das zigste-Mal hier unterwegs waren, haben wir dank Robertino, wieder neue Locations entdeckt und hatten ein feines Wochenende.

Am Sonntag hab ich dann noch Lübeck noch einen Besuch abgestattet und hab mir die Ice World angesehen. Die Ice World ist eine wirklich gute Ausstellung, die jedes Jahr neue Eisskulpturen zu einem anderen Thema ausstellt und im Dezember und Jänner stattfindet. Dieses Jahr war “Ice Age - Jetzt taut’s” dran und war sehr gut umgesetzt. Mani, Sid, Diego und die anderen Helden waren super aus dem Eis geschnitten, gehauen, geschliffen und was auch immer. Auf jeden Fall ist diese Ausstellung einen Besuch wert.

Danach habe ich noch einen Rundgang durch Lübeck gemacht und mir in meinem gewohnten Stil die Stadt angesehen. (Einfach nur mal in Richtung Zentrum gehen und dann in irgendeine Richtung abbiegen und über einen weiten Bogen, durch kleine Gassen und Straßen das Flair aufnehmen und wieder zurück zum Ausgangspunkt.)

Im Zentrum von Lübeck findet man ein sehr sehenswertes Rathaus, vor dem ein sehr schöner Weihnachtsmarkt stattfand. Gleich dahinter steht die St. Marien-Kirche, vor der wiederum ein mittelalterlicher Markt aufgebaut war. Dieser Markt passt auch sehr gut zu Lübeck, da man in dieser Stadt doch etwas in diese Zeit versetzt wird und auch den Flair der Stadt ausmacht. Auf jeden Fall war Lübeck eine ganz nette letzte Destination meiner Praktikums-Städtetour.

Amsterdam

Hafen bei Nacht

Dieses Wochenende haben wir unser letztes großes Vorhaben erledigt und sind am Samstag von Hamburg über Münster, Enschede nach Amsterdam gefahren.

Nach der etwa 6-stündigen Zugfahrt haben wir Amsterdam erreicht und es hat auch pünktlich zu regnen begonnen. Nichtsdestotrotz sind wir mal in Richtung Zentrum gegangen und uns etwas “orientiert”. Um nicht wieder gleich wie in Kopenhagen zu enden haben wir dieses Mal gleich einen Platz zum Schlafen gesucht und mit Hilfe einer Zimmervermittlung auch eine Kajüte auf einem Hausboot bekommen. Wir hatten also ein äußerst stilechtes Plätzchen zum Schlafen.

Bevor es soweit war haben wir die Stadt noch zu Fuß erkundet und wollten uns das Heineken-Museum ansehen. Leider war dieses schon beim Schließen und so mussten wir dieses Vorhaben auf den nächsten Tag verschieben und sind wieder Richtung Zentrum gewandert.

Rembrandtplein

Vorbei an den unzähligen Grachten und über den Rembrandtplein, mit einer sehr interessanten Skulptur eines berühmten Werkes des niederländischen Künstlers, ging es in das berühmte Rotlicht-Viertel Amsterdams.

Vom Kiez einiges gewohnt, hat uns das “Treiben” dort nicht mehr sehr schockiert. Der Unterschied zu Hamburg ist lediglich das man völlig unvorangekündigt plötzlich in dieser Gegend steht und, im Gegensatz zur Herbertstrasse, Frauen hier geduldet werden. In dieser Gegend haben wir auch die berühmten Coffeeshops vorgefunden. Was sehr heftig war und den Aufenthalt etwas unangenehm gemacht hat, war die Tatsache das man wirklich ständig von der Seite mit den Worten “Coca? Extasy? …” angeflüstert wurde. In Amsterdam ist es wirklich leichter an richtig harte Drogen zu kommen als eine stinknormale gemütliche Bar zu finden.

Schlafplatz

Letzteres schien wirklich fast ein Ding der Unmöglichkeit. Wir haben uns deshalb wieder Richtung Rembrandtplein entfernt. Dort haben wir noch eine sehr nette australische Bar gefunden und ganz entspannt den Abend ausklingen lassen bevor es auf unser erwähntes Hausboot der “Zebra” unmittelbar im Hafen neben des Nemo. Das Nemo ist ein wissenschaftliches Museum und das Gebäude sieht aus wie ein überdimensionaler Schiffsrumpf.

Heineken-Brauerei

Nach einer sehr angenehmen Nacht in unserer Kajüte ging es nach dem Frühstück gleich direkt in die berühmte Heineken-Brauerei. Sonntag-Vormittag in eine Brauerei zu gehen klingt wahnsinnig und es war auch verdammt hart aber was blieb uns anderes übrig? Wir hatten ja nur noch wenig Zeit bevor wir wieder zurück nach Hamburg mussten und so haben wir uns tapfer durch die Geschichte der Heineken Brauerei und den Verkostungen gekämpft. Abschließend sind wir nochmal durch Amsterdam geschlendert und haben wieder die Rückreise nach Hamburg angetreten.

Alles in allem war es wieder ein sehr cooles Wochenende, doch das Fortgehen hätte ich mir besser vorgestellt. Wahrscheinlich waren wir nur in der falschen Gegend unterwegs aber die Sache mit den Drogen ging einfach zu weit. Das ist einfach nicht mein Ding und deshalb muss ich sagen, dass mir Kopenhagen viel besser gefallen hat.